Frage:
Hallo,
ich (25) bin total deppressiv. Vor zwei Tagen habe ich von meinem Lebensgefährten (30) erfahren, das er nicht (mehr) heiraten möchte. Ich habe keine Ahnung wie ich damit umgehen soll. Aber damit Ihr mich versteht hier die ganze Geschichte.
Meinen LG habe ich vor 5 Jahren über eine Anzeige im Internet kennengelernt. Wir verstanden uns auf Anhieb und die Chemie passte. Wir wurden Freunde und ein halbes Jahr später wurden wir ein Paar. Nach einem weiteren halben Jahr sind wir sozusagen auf Probe zusammengezogen. Er behielt noch 1 1/2 Jahre seine Wohnung, die in der Zeit untervermietet war. Dann zog er ganz bei mir (uns) ein. Bis heute bin ich der Meinung, das wir sehr gut zusammen passen und uns so verschieden wie wir sind hervorragend ergänzen. Er ist der ruhige zurückhaltende Typ, der sehr überlegt handelt (meistens jedenfalls). Ich bin eher der spontane, leicht extrovertierte Typ. Viele unserer Freunde und Bekannten sind der Meinung, dass er der nicht dominante Part ist. In unserer Beziehung ist es allerdings genau das Gegenteil. Meistens beuge ich mich seinen Entscheidungen und gebe bei Diskusionen eher mal nach. Ausser einer einzigen Freundin, weiß das fast keiner.
Seit 2 Jahren spreche ICH von meinem Wunsch zu heiraten. Für mich ist eine Heirat der i-Punkt auf einer Beziehung. Man bezeugt an diesem Tag vor Gott und der Welt, das man zueinander und für einander einsteht und sein Leben gemeinsam verbringen will. Ich liebe ihn von Herzen und für mich ist er der Mann mit dem ich alt werden will.
Seit diesem Frühjahr haben wir konkret darüber geredet, Vorstellungen, Gästeliste etc. Für mich klang es so, als ob er auch das wollte (oder zumindest nichts dagegen hatte). Er hatt einmal sogar am Telefon, wo er mit seinem Vater sprach, selber gesagt, das WIR über das heiraten nachdenken. Ich freute mich riesig, denn für mich war es DAS Signal. Ich überlegte mir ab dann welches Kleid ich wollte, wo und wie wir feieren könnten. Immer wieder habe ich davon erzählt und ihn um seine Meinung gefragt, nie hat er ein Anzeichen gegeben, das er das alles nicht wollte. Sogar wo ich von einem möglichen Termin (im nächsten Mai 200
sprach sagte er nichts. Meiner Sache wurde ich dann auch unsicher, ich fragte ihn zwischendurch 2 oder 3 ´mal, ob er was dagegen hat das ich bereits plane oder ob er das auch will. Nichts sagte er dazu, Ausflüchte, Halbwahrheiten. Vor zwei Tagen fragte ich Ihn dann einmal ganz direkt ins Gesicht und als dann wieder nur die Ausflüchte und Halbwahrheiten kamm bohrte ich nach und bekam die Quittung.
Seine genauen Worte (die werde ich nie vergessen) "Heiraten ist für mich nicht wichtig, .... ich weiß nicht ob ich der richtige für dich bin .... Heiraten ist ein großer Schritt mit viel Verantwortung die ich nicht übernehmen will" Natürlich war ich wie vor den Kopf geschlagen, es folgte am Abend dann auch eine Auseinandersetzung wo wir beide weinten. er sagt immer noch er liebt mich und er will mit mir zusammen bleiben, aber heiraten nein. Mein Kommentar dazu: Entweder haben wir nicht die gleichen Gefühle für einander oder er ist ein großer Feigling (ich tippe auf letzteres). ich habe mich schon einmal für eine Beziehung aufgegeben und war kurz vor dem Suizid. nochmal will und werde ich es nicht zulassen. Die Notbremse ist bei mir schon griffbereit, doch meine Liebe zu ihm hält mich auch zurück. Ich bin schon soweit auf ihn zugegangen, habe mich für ihn bereits geändert, gebe immer wieder nach ........ So auch jetzt ich habe alle meine "Vorbereitungen" abgebrochen und den Wunsch beiseite geschoben, obwohl mir das Herz weh tut. Ist es das richtige? Braucht er einfach noch Zeit? Ich bin fix und fertig. Ich weiß das ich schon wieder in die Depressionen rein rutsche und habe auch schon mit meiner Freundin gesprochen. es hilft alles nichts. Ich weiß nicht ob es sich überhaupt noch lohnt diese Beziehung zu halten oder einen Schlussstrich zu ziehen. Warum steht er nicht zu mir? Eine Ehe ist doch kein Gefängnis. Warum will er nicht erwachsen werden?
Antwort:
Das hört sich für mich an, als ob Du ihn mit Deinem wunsch etwas überrumpelt hast...
Lass ihm Zeit, es muss für beide der richtige Schritt und Moment sein.
Viel Glück für Euch!
Antwort:
überrumpelt würde ich das nicht nennen, ich (wir) reden seit 2 Jahren darüber.
Wie lange soll ich denn noch warten? Ich fühle mich ausgebrannt.... Schon wieder habe ich einen meiner Wünsche für Ihn zurückgestellt... ich habe wahnsinnige Angst mich wieder selbst zu verlieren. Beim letzten mal habe ich über zwei Jahre gebraucht um wieder zurück ins Leben zu finden und für mich selber einzustehen. Einmal diese Erfahrung gemacht und ich wille es nie wieder, doch es ist so schwer nicht aufzugeben. Ich bekomme aus ihm auch nichts raus. Heute tut er so als ob nie was war. Wie soll ich damit umgehen? Ich habe Angst das es bei ihm nur bequemlichkeit ist und nicht liebe....
Antwort:
Nur, weil er (noch) nicht heiraten will, heißt es ja nicht, dass er dich nicht liebt! Es gibt eben Menschen, die legen auf diesen Schritt keinen Wert. Und man muss sich wohl innerlich dazu bereit fühlen - wenn dieses Gefühl bei ihm noch nicht da ist, dann gibt ihm doch ein wenig Zeit! Vielleicht ändert sich das ja noch in ein paar Jahren?
Er hätte es dir natürlich viel, viel frühger sagen müssen, aber vielleicht hat er es einfach nciht übers Herz gebracht, oder es ist ihm erst jetzt klar geworden, wie ernst es dir ist, oder dass er (noch?) nicht will. Das ist nicht gut gelaufen - aber so, wie du es erzählst, liebt er dich doch. Und du ihn. Was will man mehr?
Sag ihm, wie traurig es dich macht, wie du dich dabei fühlst, aber setz ihn nicht unter Druck.
Edit: Nur deine eigenen Wünsche, vor allem wichtige und große, solltest du für ihn nicht aufgeben. Vor allem nicht ständig. Man muss in einer Beziehung Kompromisse finden, aber es darf nicht so sein, dass sich immer einer aufgibt! Steh zu dir selber!
Antwort:
Puh. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, klingen Deine Worte für mich so, als ob Du Dich grundsätzlich für Beziehungen ganz aufgibst. Und dann gleich an Suizid usw. zu denken oder evtl. sogar damit zu drohen klingt für mich bzgl des Suizids absolut ungesund (denn man sollte nicht sein wertvolles Leben wegen einer Beziehung beenden) und bzgl. einer solchen Drohung absolut schäbig.
Wenn ich Deine GEschichte lese, klingt es für mich so, als ob Dein Freund/Lebensgefährte von Dir total unter Druck gesetzt wurde, weil Du gerne heiraten möchtest. Verstehe mich nicht falsch, ich kann diesen Wunsch verstehen, aber wichtig ist doch, dass dieser Wunsch von beiden getragen wird. Und nur, weil ihr mal darüber gesprochen habt, ist das noch lange nicht als Antrag zu verstehen.
Mein Mann und ich haben nach fast 8 Jahren Beziehung geheiratet. Mir war immer wichtig, dass wir BEIDE eine Ehe wollen. Unsere Beziehung war auch vorher glücklich, dafür brauchten wir keinen Trauschein.
Er hat auch schon länger vorher immer gesagt, dass er mich mal heiraten will, aber auf Grund dieser Aussage habe ihc nicht angefangen zu planen.
Natürlich kann es sein, dass Dein Freund Angst hat. ICh denke aber, dass solche Ängste auch berechtigt sind. Eine Heirat ist ein großer Schritt und sollte wohlüberlegt sein. Du hast nur einen Tag Hochzeit im schönen Kleid usw., der Rest danach ist die Arbeit. Und durch eine Ehe kommt noch einmal einiges mehr auf einen zu. Da geht man nicht so "einfach", wie man es ohne Trauschein könnte (wobei ich grundsätzlcih finde, dass es bei langen Beziehungen nie einfach ist, zu gehen, aber da gibt es eben keine Unterhaltsansprüche etc.).
Dein Freund soll nicht heiraten, damit Du zufrieden bist, sondern er soll heiraten, weil er es auch will, meinst Du nicht? Ich kenne zufällig eine Beziehung, in der geheiratet wurde, weil sie solange genervt hat, bis er nachgegeben hat. Fazit: Es ist eine absolut katastrophale Ehe.
Ich finde, dass Dein Freund sehr sehr mutig gewesen ist, Dir zu sagen, dass er noch nicht so weit ist bzw. evtl. gar nicht heiraten möchte.
Letzlich kannst nur Du für Dich entscheiden, ob es für Dich zwingend wichtig ist, zu heiraten, oder ob Du auch ohne Trauschein glücklich werden/bleiben kannst. Ein Trauschein macht eine Beziehung nicht glücklicher. Wenn es vorher gut war, ist es auch hinterher gut (natürlich muss man daran arbeiten) und wenn die Beziehung schon vorher schief läuft, wird sie durch den Trauschein nicht auf einmal verbesser.
Darf ich Dich noch etwas fragen: Bist Du wegen Deiner Depressionen in Behandlung? Ich finde nämlich wirklich, dass es sich unglaublich ungesund anhört, wie Du hier schreibst.
Sowohl Deine Suizidgedanken, als auch, dass Du Dich immer dem Willen Deines Freundes beugst.
Antwort:
Wenn ich Deinen Beitrag lese, dann geht mir der Gedanke durch den Kopf, dass Du Dich als eigenständige Person aufgegeben hast. Du versuchst, seine Meinungen zu vertreten, seine Entscheidungen als die einzig richtigen anzusehen und gibst dabei Deine Persönlichkeit auf. Genau wegen dieser Persönlichkeit seid ihr zusammen gekommen. Und nicht, weil Dein Freund ein Abbild von sich selber haben will. Eine Beziehung kann nicht auf Dauer funktionieren, wenn sich der eine für den anderen aufgibt und nur noch nach seiner Pfeife tanzt!
Seine Aussage bedeutet doch noch lange nicht, dass er Dich gar nicht heiraten möchte - er will es jetzt im Moment nicht. Und um zu dieser Entscheidung zu stehen gehört eine Menge Mut! Vielleicht stört ihn, dass Du Dich für ihn so aufgibst? Es macht ihm Angst? Finde Deinen Weg und gehe diesen, das wird nicht ganz ohne Kompromisse gehen. Aber man kann sich doch nicht so vollständig auf den anderen Partner einlassen, dass die eigenen Meinung nicht mehr zählt!
Warum willst Du so krampfhaft heiraten? Was glaubst Du denn, ändert sich durch den Trauschein? Lass die Dinge einfach laufen, er wird Dich von sich aus fragen, wenn es für ihn der richtige Zeitpunkt ist. Du bist doch noch jung! Es gibt so viele andere Ziele im Leben, die Dir wichtiger sein sollten.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du zu Dir zurückfindest. Alles andere wird die Zeit ergeben.
Antwort:
Hallo Burgfräulein,
ehrlich gesagt, kann ich deinen Freund verstehen. Wenn mir jemand zwei Jahre in den Ohren liegen würde mit heiraten, dann würde ich auch blocken.
Auch wenn du sagst, dass eine Ehe kein Gefängnis ist, so ist es doch ein großer Schritt. Bei einer Ehe kann man nicht einfach sagen, es ist Schluß. Dafür muss man sich wirklich ganz ganz sicher sein, dass man das wirklich will. Und wenn du deinen Freund da rein drängst, dann sieht er die Ehe als sein Gefängnis.
Ich habe meinen Mann auch übers Internet kennengelernt. Nach drei Monaten sind wir zusammengezogen. Aber er hat noch 3 Jahre gebraucht um mir einen Antrag zu machen. Bis dahin haben wir nie von heiraten gesprochen.
Lass deinem Freund Zeit sich mit dem Gedanken auseinander zu setzen und zu entscheiden, was er wirklich möchte. Erklär ihm ruhig und sachlich, wie du dir die Ehe mit ihm vorstellst und warum es für dich wichtig ist. Und dann bleibt dir nur warten. Schieb das Thema Hochzeit weit weg. Sprich nicht mehr darüber.
Wenn er sich dazu genötigt fühlt dich zu heiraten, dann wird er entweder immer blocken oder dich heiraten und unglücklich sein.
Und an deiner Slbstaufgabe für einen Mann solltest du auch wirklich dringend arbeiten. In einer guten und glücklichen Beziehung sollten Mann und Frau gleichberechtigt sein und nicht wie bei dir, da du springst, wenn er hopp sagt. Setz dich da auch mal durch. Kompromisse gehören zu einer Beziehung dazu. Aber die müssen von beiden Seiten kommen und nicht nur von einer.
Dein Freund sagt, er liebt dich. Das wird dir wohl vorerst ausreichen müssen, wenn du deine Beziehung aufrecht erhalten willst.
Antwort:
Hallo erstmal,
ich kann dich genau verstehen. Für mich war heiraten auch immer ein Zeichen nach aussen, daß man zusammen gehört und ich war immer unglücklich, wenn alle in unserem Freundeskreis geheiratet haben.
Man braucht keinen Trauschein um glücklich zu werden, das klappt auch so. Bei mir dauerte es auch, bis ich das eingesehen habe.Wahrscheinlich hat er wirklich nur Bammel vor dem ganzen "Danach". Mit einer Hochzeit ändert sich dein restliches Leben und ist somit natürlich ein riesiger Schritt.
Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Mein Schatz und ich wurden auch ständig gefragt, wann es denn endlich bei uns soweit wäre und er sagte immer, daß er nie heiraten wird, außer irgendwann gibt es einen 30. Februar. Das tat schon unheimlich weh. Ich hab ihn teilweise auch wahrscheinlich richtig belagert, weil ich unbedingt seine Frau werden wollte und er hat immer das gleiche gesagt.
Irgendwann habe ich eingesehen, daß wir beide es wollen müssen, sonst klappt das nicht und siehe da, ein paar Monate später hat er mir dann auch einen Antrag gemacht, weil er sich nicht mehr unter Druck gesetzt fühlte. Und nun werden wir an unserem 14. Jahrestag heiraten.
Du solltest dich nur nicht für deine Beziehung ganz aufgeben. Das ist nie gut. Vielleicht solltest du mal mit einem Fachmann wegen deiner Depressionnen sprechen.
Antwort:
@ Nike,
vielleicht habe ich mich in meinen Gedanken und im Wahn mir meinen Kummer von der Seele zu reden vorhin etwas falsch ausgedrückt. Um euch noch mal die Sache etwas verständlicher zu sagen.
Ich habe vor 8 Jahren eine Beziehung Katastrophal beendet und bin nach dieser Beziehung abgerutscht. Freunde und Familie haben mich damals aus der Tiefe wieder ans Licht geholt und da habe ich mir geschworen mich nie wieder für eine Beziehung aufzugeben.
Leider ist mein Problem das ich ein "ganz oder gar nicht Typ" bin. Dieser Fehler ist mir sehr bewußt. Ich habe nie mit Suizid gedroht, ich würde und werde auch das nie einem anderen Menschen antun. Meine Suizid Gedanken enstanden damals durch Tabletten und Alkohol und waren nicht ausgesprochen. Vor zwei Tagen bin ich durch diese "Auseinandersetzung" wieder in ein Verhaltensmuster hineingefallen, das mir selber Angst macht, denn ich weiß worauf es hinaus laufen kann. Ich bin bereit zu warten, doch in mir bleiben doch Unruhe und Zweifel. Mein problem ist das ich schon wieder 2 Schritte auf ihn zu gegangen bin und er mir nicht entgegenkommt. Ich werde das Thema in Zukunft nicht mehr anschneiden.
@ all
Heiraten ist für mich einfach eine Sache der Zusammengehörigkeit. Klar kann man Problemlos ohne Trauschein zusammenleben. Doch für mich hängt da auch ein wenig Glauben mit dran. Es mag nicht für alle verständlich sein, so wie ich denke, doch so bin eben ICH.
Ich möchte nicht das sich mein LG für mich aufgibt, wenn wir heiraten, dann will ich das er mich genauso will wie ich ihn. Was mich fertig gemacht hat und auch noch tut ist die Tatsache, das er mich mehr als drei Monate in dem Glauben lies das er sich für die Heirat mit mir entschieden hat. Auf einen direkten Antrag hoffe ich schon lange nicht mehr, denn so wie ich ihn kenn und liebe ist er nicht der Typ für so was.
Ich weiß das er in anderen Augen Mut zeigte das er NEIN sagte, doch finde ich es nicht als Mut sich vorher immer in Halbwahrheiten und Schweigen zu hüllen und erst auf mein Bohren hin, mir die Wahrheit zu sagen.
Er ist in meiner Achtung und Liebe nicht gesunken, aber ich bin enttäuscht und traurig. Mir ist jetzt bewußt geworden, das ich mich zusehr versuche ihm anzupassen, aber in dem ich mich jetzt wieder seinem "Wunsch" beuge gebe ich wieder ein Stück von mir ab und das tut weh.
An diesem besagtem Abend habe ich ihm das auch gesagt, ich bin mir aber nicht sicher ob das auch bei ihm so angekommen ist.
Antwort:
Hallo Burgfräulein,
erst einmal ein paar Worte zu meiner Sichtweise zum Thema "Ein Partner will heiraten, der andere nicht": in meinem Umfeld gibt es eine Freundin, deren Freund sich klipp und klar gegen eine Hochzeit entschieden hat. Heiraten bedeutet ihm rein gar nichts, er wird NIE heiraten, da ist er sich 100% sicher. Meine Freundin, für die Heiraten zu ihrem Leben einfach dazugehört, war eine zeitlang richtig deprimiert. Nun hat sie folgendes beschlossen: "Ich liebe ihn über alles, er ist der richtige Mann für mich, aber er will nicht heiraten. Jetzt muß ich mich entscheiden: entweder, ich werde nie heiraten können, oder ich muß ihn verlassen." Sie hat sich dafür entschieden, nie zu heiraten und bei ihm zu bleiben.
Ich verstehe das nicht. Wieso wird es erwartet, dass der eine Partner (kampflos oder auch nicht) auf die Heirat verzichtet, obwohl es für sein Leben dazugehört, nur weil der andere vor dem Schritt Angst hat, keine Lust auf die Verantwortung, was auch immer? Meiner Meinung nach ist es extrem unfair, dem einen seinen sehnlichsten Wunsch zu verwehren, nur weil der andere aus Prinzip dagegen ist. Irgendetwas stimmt da nicht, denn in einer Beziehung muss auch der Wunsch des Partners respektiert werden. Angst kann man überwinden bzw. abbauen, aber dafür bedarf es eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema.
Für mich persönlich ist eine Heirat unverzichtbar, glücklicherweise sieht mein Partner das genauso. Vielleicht ist meine Einstellung ungewohnt oder sogar komisch, aber ich konnte mir nie vorstellen, mit jemanden zusammen zu sein, mit dem ich nicht den Rest meines Lebens teilen wollte - und genau das verspricht mir eine Heirat. Umgekehrt könnte ich nicht mit jemandem zusammen sein, der nicht mit mir den Rest seines Lebens teilen will, und der mir das nicht vor Gott verspricht.
Zu deiner Situation speziell kann ich somit nur sagen, dass du ihn vielleicht wirklich unter Druck gesetzt hast. Allerdings finde ich es unfair von ihm, nicht direkt mit der Wahrheit herauszurücken und dich über zwei Jahre (!) in dem Glauben zu lassen, dass er nichts dagegen hat. Natürlich hättet ihr über die Ernsthaftigkeit eures Vorhabens einmal sprechen können (müssen), trotzdem hat er doch mitbekommen, wie freudig du dich schon in Vorbereitungen gestürzt hast.
Natürlich bringt es nichts, jetzt sofort zu sagen: "Heirate mich oder ich gehe." Ich denke, eure Situation muss sich erst einmal beruhigen. Sprich noch einmal mit ihm, wie wichtig dir eine Heirat ist, was es dir bedeutet, etc. Frag ihn dann, warum er nicht heiraten möchte und probiere, seine Hintergründe zu verstehen. Dann weißt du wenigstens, woran du bist!
Ich würde ihm sogar noch etwas Zeit geben, das Thema nicht mehr ansprechen, und gucken, ob er von alleine darauf anspringt. Wenn er deinen Wunsch respektiert, würde ich von ihm erwarten, dass er sich in der nächsten Zeit darüber Gedanken macht. Ansonsten -wäre es meine persönliche Entscheidung- würde ich ihn verlassen. Genausowenig wie er heiraten muss, um dich glücklich zu machen, musst du auf eine Heirat verzichten, um ihn glücklich zu machen!
