Frage:
Hallo ihr Lieben,
heute hat eine Bekannte einer Bekannten gehieratet und zu meiner Freude hatten sie die gleiche Uhrzeit wie wir in 3 Monaten. Also haben wir uns entschlossen, dass ganze mal anzugucken. Klar ist jeder vor seiner Hochzeit schon mal auf dem Standesamt gewesen, aber bei uns war es da ganz leer, keine Hochzeiten oder so. Ja und heute sah das alles ganz anders aus. Bei uns muss man durch ein großes Tor fahren, davor ist ein sehr großer Platz wo Autos normalerweise nicht drauf dürfen. Nur für Hochzeiten dürfen jeweils 3 Autos direkt in den Innenhof fahren.
Überraschung 1) auf dem Vorplatz fand eine Sportveranstaltung statt. Nicht laut, aber so wie wir es ursprünglich geplant hatten, nämlich, dass ich VOR dem Tor aussteige und mit meinem Vater zu Fuss durch das Tor laufe hätte man vergessen können.
Überraschung 2) Während schon "unser" Brautauto auf dem Vorplatz wartete, fanden im Innenhof Fotoorgien statt. Alles wartete und wartete. Hm, hatten wir gar nicht dran gedacht. Um die Uhrzeit wollten wir bereits alle im Innenhof stehen, unsere Papiere abgegeben haben.....
Während des wartens kam sogar noch ein schwules paar raus. Ob die sich verspätet haben? Jedenfalls war es reichlich voll im Innenhof und gar nicht so lauschig romantisch wie wir uns das gedacht haben.
Zudem war ich unglaublich nervös -hallo, ich hab doch noch 3 Monate.
Fazit: wir werden gemeinsam im Auto vorfahren und ich jede Menge Sekt oder Valium zu mir nehmen!
Ich kann euch allen echt nur raten, unbedingt vorher 1 oder 2 Hochzeiten sich anzusehen, bevor man ins kalte Wasser geschmissen wird.
Mehaunverschämt war der Standesbeamte. So eine Ratte. Er wollte auf gar keinen Fall was persönliches sagen, das wäre verboten, es muss das gesagt werden was im Gesetz steht, basta. Er fragte die Braut während der Traurung ob sie sich über die Namenswahl sicher wäre, sie könne ja auch einen doppelnamen nehmen oder ihren behalten. Während der Trauung! Sowas gehört VORHER gefragt! Er erwähnte auch noch, dass sie sich dazu zwar im Januar entschieden hätte, aber das wäre ja immerhin 6 Monate her. Ein total unverschämter Kerl! Ich würde mich hinterher schriftlich beschweren. Das ganze hat auch nur 15 Minuten gedauert. Ich bete, dass wir den Kerl nicht haben.
Antwort:
Ich wundere mich hier im Forum manchmal, wie über andere Menschen gesprochen / geschrieben wird.?
Wenn die Trauung, die Du Dir angeschaut hast, die Trauung einer Bekannten der Bekannten war, wirst Du ja über die Details, die das Paar mit dem Standesbeamten ausgemacht hat, nicht umfassend informiert sein, oder?
Bezüglich der "Unverschämtheiten" mit Doppelnamen, "gesetzlichen Richtlinien" etc. kann Dir ja vielleicht Hedera (so heisst doch unsere "Forumsstandesbeamte"?) weiterhelfen. Ich kann Dir nur sagen, dass wir uns letzte Woche beim Zivilstandsamt (=schweizerische Version des dt. Standesamtes) dafür entscheiden mussten, ob wir die "grosse Zeremonie" oder die "kleine Zeremonie" haben möchten. Auf die Frage nach dem Unterschied bekamen wir erklärt, dass es v.a. ein Zeitunterschied ausmachen würde (gross: 20 min, klein: 8 min) und der Zivilstandsbeamte z.B. ein Gedicht sprechen könnte. Da wir aber schon Hochzeiten erlebt haben, wo das in ausschweifendem Kitsch geendet hat und wir sowieso eine kirchliche Trauung haben werden, ist uns nahezu egal, ob wir nun 8 oder 10 Minuten in dem Amt verbringen werden.
Ich möchte es mal so formulieren: Letztlich dient die Trauung auf dem Standesamt nur dem Wechsel des Familienstandes unter behördlicher Aufsicht, vollkommen frei von Romantik. Natürlich könnte man eine persönliche Gestaltung "verlangen", aber ich finde, dass für spezielle Wünsche, Musik, Gedichte, Ansprachen doch lieber auf eine kirchliche oder freie Trauung ausgewichen werden sollte.
Und was das mit dem "schwulen paar" sollte, frage ich mich auch...
das_kaddl.
PS: Valium ist verschreibungspflichtig.
Antwort:
Hallo das_kaddl,
die Zeremonie wurde mit dem Standesbeamten abgesprochen. Da hat sogar eine Nachbarin der Familie, die ebenfalls dort Standesbeamtin ist, versucht, ihn zu bitten, dass er es etwas feierlicher macht, etwas persönlicher, aber sie sagte auch direkt, dass sie es zwar versuchen will (also ihn überreden) aber dass dieser Herr extrem stur ist und sein Ding durchzieht. O-Ton der befreundeten Standesbeamtin. Ich finde in Zeiten wo immer mehr Paare ausschließlich Standesamtlich heiraten, könnten die Beamten das ganze auch ein klein wenig netter gestalten. Und es ist laut Gesetz nicht verboten, die Zeremonie feierlicher zu gestalten. Es MÜSSEN nur gewisse Punkte gesagt, gefragt werden. Das Drumrum ist immer noch Sache des Beamten. Und ich fand es nicht schön, wenn bereits die Namenswahl besprochen wurde, dass die Braut dies wiederholt 3x gefragt wird. Es klang so, als ob der Beamte sie überreden will, doch nicht zu heiraten. Schön war das nicht.
Und bei uns auf dem Amt kann man nicht zwischen großer oder kleiner Zeremonie wählen.
Antwort:
Liebe Beate,
schade, dass Euer "Besuch" auf dem Standesamt nicht so war, wie ihr es Euch vorgestellt habt. Aber ich denke mit dem gemeinsamen Vorfahren habt ihr doch eine gute Lösung gefunden, oder?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas "Persönliches" vom Gesetz verboten wird. Unser Bürgermeister der uns traute, hatte sehr persönliche Worte für uns...
Da muss ich Dir leider widersprechen. Es ist tatsächlich die Pflicht des Standesbeamten nochmal auf die Namenswahl hinzuweisen und nachzufragen. Wurde bei uns auch gemacht. Es kommt aber immer darauf an, wie es gemacht wird...
Ihr werdet aber trotzdem, auch wenn nicht alles nach Euren Vorstellungen geklappt hat, eine schöne Trauung erleben.
Heiratet ihr noch kirchlich?
Antwort:
Wir wurden nicht ins kalte Wasser geschmissen, unsere Trauung war zwar auch nicht persönlich, aber sehr festlich und wunderschön...
Deine Beschimpfungen dem Standesbeamten gegenüber finde ich sehr niveaulos
....ich gehe jetzt mal davon aus, daß es eine Samstags-Trauung gewesen ist....das ist dann außerhalb seiner eigentlichen Arbeitszeit, er muß das gar nicht machen, man kommt euch da schon entgegen....wenn Du eine persönliche Trauung haben willst, dann mußt Du sie eben entsprechend bezahlen und einen freien Theologen engagieren, ich finde, mann kann nicht erwarten, daß sich ein Standesbeamter außerhalb seiner Arbeitszeit noch hinsetzt und eine festliche Rede schreibt.....das ist auch schlicht nicht seine Aufgabe, das muß man mal realistisch sehen und "wieder runter" kommen....wenn man pro Woche nur 5 Paare traut ( ich kenne die "Frequenz" nicht ), dann braucht man keine andere Freizeitgestaötung mehr....
...von daher finde ich, erwartest Du schlicht zu viel....
Antwort:
Hallo Beate,
mein Mann wurde auch bezüglich der Namenswahl mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung unwiderruflich ist und gefragt, ob er sich wirklich sicher ist usw. Das haben wir aber nicht als unverschämt oder sonstwas empfunden, sondern als ganz normalen Teil des Verwaltungsakts. Bei uns wurde noch eine kurze "Rede" gehalten, d.h. es war mehr ein Sinnspruch (etwa 10 Zeilen lang), dann kam die Überleitung zu den Glückwünschen der Standesbeamtin und fertig
Ich hab zwar nicht auf die Uhr geschaut, aber meine Mutter meinte, das Ganze hätte etwa 10 bis max. 15 Minuten gedauert.
Wir waren das letzte Paar an diesem Tag und waren ca. eine halbe Stunde vor unserem Termin vor dem Standesamt. Da waren auch mindestens noch zwei Paare, die entweder gerade herauskamen oder kurz vor dem Hineingehen waren und dort ziemlich viel Platz vor der Tür und auch im Eingangsbereich des Gebäudes einnahmen. Die besonderen Parkplätze, die es bei uns auch gibt, waren natürlich ebenfalls besetzt. Aber ich denke, das ist alles ganz normal.
Jedes Paar nimmt an so einem Tag vermutlich für sich selbst in Anspruch, die einzigen und allerwichtigsten zu sein.
Ich kann mich den Meinungen der anderen nur anschließen. Es ist ein Verwaltungsakt und da kann man im Normalfall nicht mehr als das Minimum an Erforderlichkeiten erwarten. Da Euch das aber wahrscheinlich in Eurer Enttäuschung (die ich aus Deinem Eingangsbeitrag herauslese) auch nicht weiterhilft, würde ich Euch - falls Ihr nicht noch eine kirchliche Trauung geplant habt oder planen wollt - empfehlen zu überlegen, ob nicht eine freie Trauung direkt im Anschluss an die standesamtliche Trauung in Frage kommt. Dann kann es Euch egal sein, wie es beim Standesamt läuft - hauptsache Ihr seid danach verheiratet
Und im Anschluss könnte dann die freie Trauung ganz nach Euren persönlichen Wünschen und individuell auf Euch abgestimmt verlaufen.
Antwort:
Ehrlich?
Unser Standesbeamte hat uns gesagt, dass man nach einer gewissen Zeit schon noch 1x seinen Nachnamen ändern könnte (also, aus dem Doppelnamen nur den Namen des Mannes/der Frau oder umgekehrt machen). Aber das kostet natürlich auch wieder ´ne ganze Stange Geld!
Was die Standesbeamten selbst betrifft, find ich es nicht wirklich unverschämt, wenn sie das Brautpaar auf wichtige Sachen hinweisen! Sie haben ja nun doch schon eine gewisse Erfahrung, was Trauungen angeht.
Wir haben einen Beamten, der es jedem Brautpaar bzw. den Gästen untersagt, während der Trauunge zu filmen! Und das aus gutem Grund! Er hat nämlich schon erlebt, dass eine Braut od. der Bräutigam bei der Zeremonie ein Freudentränchen vergossen hat, er/sie dabei gefilmt wurde. Dann hat sich dieses Paar irgendwann scheiden lassen und das Video wurde plötzlich im I-net zur "Belustigung" Anderer angeboten!
Und das will unser Standesbeamte vermeiden! Ich kann ihn sehr gut verstehen und fand es keineswegs unangebracht, als er uns das mitteilte!
Auch wird er nicht allzu viel persönliches von uns in die Trauung einbringen! Es ist und bleibt nunmal ein Standesamt!
Wenn ihr es denn doch sehr festlich haben möchtet und nicht noch kirchlich heiratet, würde ich euch auch empfehlen, eine freie Trauung in Erwägung zu ziehen!
Antwort:
Ehrlich?
Unser Standesbeamte hat uns gesagt, dass man nach einer gewissen Zeit schon noch 1x seinen Nachnamen ändern könnte (also, aus dem Doppelnamen nur den Namen des Mannes/der Frau oder umgekehrt machen). Aber das kostet natürlich auch wieder ´ne ganze Stange Geld!
Antwort:
Das ist wohl ein wenig kompliziert und kommt wohl darauf an, ob man nur die Namensführung entscheidet oder bereits den gemeinsamen Familiennamen festlegt (habe das oben etwas missverständlich wiedergegeben).
Letzteres MUSS man wohl erst zwingend bei der Geburt des ersten Kindes. Wir haben aber direkt entschieden (auch ohne Kinder in Sicht), dass mein Name Familienname wird. Und DAS ist unwiderruflich. Mein Mann hat einen Doppelnamen und kann wohl auch irgendwann seinen Namen ablegen und nur noch meinen tragen, aber der Familienname kann nicht mehr geändert werden.
Auf jeden Fall kam in diesem Zusammenhang bei der Trauzeremonie das Wort "unwiderruflich" ganz deutlich vor. Das ist mir deshalb so gut im Gedächtnis geblieben, weil meine Schwiegermutter in diesem Moment etwas zu laut "Was ist unwiderruflich?" zu meinem Schwiegervater "flüsterte"
Aber vielleicht meldet sich Hedera auch noch zu diesem Thread - die muss es ja ganz genau wissen
Antwort:
ich denke mal, in eurem Fall hat der Herr sich wahrscheinlich schon einfach im Ton vergriffen.
Klar muss er dies und braucht jenes nicht... aber trotzdem liegt es durchaus im Ermessen des einzelnen Beamten, den Vorgang der Eheschließung nicht als reinen Verwaltungsakt anzusehen, auch wenn er vielleicht sogar 20 Trauungen pro Woche hat *übertreib*.
Schließlich hat er einen Job, bei dem er zumindest in einem Teil seines Aufgabenbereiches Menschen einfach nur GLÜCKLICH macht. Wer kann das schon von sich sagen ;-)
Aber naja, es hilft nichts.
Bist du denn sicher, dass ihr den gleichen Beamten bekommt?
Wäre ein Wechsel des Standesamtes noch möglich?
Antwort:
Da muss ich Dir leider widersprechen. Es ist tatsächlich die Pflicht des Standesbeamten nochmal auf die Namenswahl hinzuweisen und nachzufragen. Wurde bei uns auch gemacht. Es kommt aber immer darauf an, wie es gemacht wird...
Antwort:
Ich denke es war eher so gemeint, dass man vor der Trauung nochmal schnell alles bespricht und dann los legt. Zwar zeitlich direkt aufeinander folgend aber eben getrennt.
Ich musste zB vor der Trauung auch noch irgendwas unterschreiben wegen meinem Doppelnamen. Sie fragte die Daten nochmal ab und ob noch alles korrekt sei und DANN haben wir uns erst in Postition gesetzt und es ging los. Also erst die Arbeit dann das Vergnügen und nicht so durcheinander gewürfelt.
